Vertrag & Gewährleistung
Vertragserfüllungsbürgschaft
Die Vertragserfüllungsbürgschaft sichert dem Auftraggeber zu, dass der Auftrag vertragsgemäß ausgeführt wird. Erfüllt der Auftragnehmer seine Pflichten nicht, tritt der Bürge im vereinbarten Rahmen ein. So ersetzt die Bürgschaft einen einbehaltenen Sicherheitsbetrag – die Liquidität bleibt beim Auftragnehmer.
Das Wichtigste in Kürze
Definition
Sichert dem Auftraggeber die vertragsgemäße Erfüllung eines Auftrags durch den Auftragnehmer ab.
Zielgruppe
Auftragnehmer bei größeren Bau-, Liefer- und Werkverträgen – häufig gefordert von öffentlichen und privaten Auftraggebern.
Typische Bürgschaftshöhe
Meist ein Prozentsatz der Auftragssumme, häufig rund 5–10 % (vertraglich vereinbart).
Größter Vorteil
Ersetzt einen Sicherheitseinbehalt – die einbehaltene Liquidität bleibt für das Projekt verfügbar.
Die wichtigsten Merkmale
- Typ
- Vertrags- bzw. Avalbürgschaft
- Begünstigter
- Auftraggeber (Besteller)
- Bürge
- Kautionsversicherer oder Bank
- Typische Laufzeit
- Von Vertragsbeginn bis zur Abnahme der Leistung
- Bearbeitungszeit
- In der Regel wenige Werktage
- Digitale Ausstellung
- Möglich
- Bankkreditlinie wird belastet?
- Nein – über einen Avalrahmen des Kautionsversicherers
In sechs Schritten zur Vertragserfüllungsbürgschaft
Von der Auftragserteilung bis zum Projektstart – so entsteht die Bürgschaft.
- 1
Auftrag & Sicherheit
Der Auftrag wird erteilt; der Vertrag sieht eine Vertragserfüllungssicherheit vor.
- 2
Bürgschaft beantragen
Der Auftragnehmer beantragt die Vertragserfüllungsbürgschaft beim Bürgen.
- 3
Prüfung
Bonität und Unterlagen werden geprüft und die Bürgschaftshöhe bestätigt.
- 4
Ausstellung
Die Bürgschaftsurkunde wird ausgestellt – auf Wunsch digital.
- 5
Ausführung
Der Auftrag wird ausgeführt; die Bürgschaft besteht bis zur Abnahme.
- 6
Abnahme & Rückgabe
Nach mangelfreier Abnahme wird die Bürgschaft zurückgegeben.
So funktioniert es in der Praxis
Bauunternehmen erhält öffentlichen Auftrag
Ein Bauunternehmen erhält den Zuschlag für einen öffentlichen Auftrag. Der Auftraggeber verlangt eine Vertragserfüllungssicherheit in Höhe von 5 % der Auftragssumme.
Statt 100.000 € als Sicherheit zu binden, stellt das Bauunternehmen eine Bürgschaft – die Liquidität bleibt für Material und Personal erhalten.
- Auftragssumme
- 2.000.000 €
- Geforderte Sicherheit
- 5 %
- Vertragserfüllungsbürgschaft
- 100.000 €
- Sicherheitseinbehalt
- Entfällt
Ihre Vorteile auf einen Blick
Liquidität sichern
Der Sicherheitseinbehalt entfällt – Kapital bleibt im Unternehmen.
Banklinie frei
Über den Avalrahmen bleibt die Kreditlinie der Hausbank unberührt.
Schnelle Ausstellung
Die Bürgschaft wird kurzfristig und auf Wunsch digital gestellt.
Professioneller Marktauftritt
Anerkannte Sicherheiten stärken die Position bei Ausschreibungen und Auftraggebern.
Typische Einsatzbereiche
- Bau
- Maschinenbau
- Anlagenbau
- Metallbau
- Elektro
- Industrie
Häufige Fehler & Expertentipp
Häufige Fehler
- Die Bürgschaftshöhe nicht exakt an die vertraglich vereinbarte Sicherheit anpassen.
- Eine selbstschuldnerische Bürgschaft akzeptieren, obwohl vertraglich eine Ausfallbürgschaft genügt.
- Die Rückgabe der Urkunde nach Abnahme vergessen – das bindet unnötig Avalrahmen.
- Nachträge und Auftragserweiterungen nicht in die Bürgschaftshöhe einbeziehen.
Expertentipp
Prüfen Sie vor der Ausstellung, ob eine Ausfall- statt einer selbstschuldnerischen Bürgschaft genügt und ob der Bürgschaftstext exakt der vertraglich geschuldeten Sicherheit entspricht. Das vermeidet Übersicherung und spätere Streitpunkte.
Häufige Fragen
Grundlagen zu Bürgschaften und Avalen – neutral erklärt.
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